25.01.2011 - Ein Fotostudio will alles möglich machen!

„Die Photographie ist eine wunderbare Entdeckung, eine Wissenschaft, welche die größten Geister angezogen, eine Kunst, welche die klügsten Denker angeregt – und doch von jedem Dummkopf betrieben werden kann“

Wer kann wohl diese provozierenden Worte gesagt haben? Aus welcher Zeit stammen sie?

Diese Worte sprach Nadar im Jahre 1856. Mit bürgerlichem Namen nannte er sich Gaspard-Félix Tournachon. Er war ein französischer Fotograf, Schriftsteller, Zeichner und Luftschiffer. Eine sehr vielschichtige Persönlichkeit. Nach dem Abbruch des Studiums der Medizin, versuchte er sich in journalistischer Tätigkeit in der Hauptsache in Paris. Nebenbei betrieb er das Zeichnen, arbeitete am Theater, war in der Industrie tätig und 1849 gründete er die Revue comique.

2 Jahre vor oben genanntem Ausspruch eröffnete Nadar ein Atelier für fotografische Porträts in Paris. Anders als seine Kollegen verzichtete er bald auf Accessoires und gemalten Hintergrund. Er inszenierte seine Modelle mittels Beleuchtung und durch Konzentration auf deren Silhouette, Blick und Hände. Für ihn war es eine besondere Herausforderung, sein Medium psychologisch zu erfassen.

In seiner Funktion als Luftschiffer stieg Nadar wiederholt mit seinem selbst konstruierten Schraubenluftschiff auf und machte sich mit seinem Riesenballon „Le Géant“ auf die Reise von Paris nach Hannover. Auf dieser Reise machte Nadar Luftaufnahmen, die für diese Zeit fast revolutionär erschienen. So machte er sich einen Namen als Pionier der Luftbildfotografie. Leider nahm die Reise ein eher unsanftes Ende auf einem Feld bei Neustadt am Rübenberge.

Ein wesentlich besseres Ende nahm der Ausflug mittels Kran in 16 Meter luftige Höhen für eine Fotografin aus Stadthagen. Auch sie war in Sachen Luftbildfotografie unterwegs und hatte den Auftrag, Aufnahmen von einem Objekt in Stadthagen zu machen, um Solartechnik auf dem Dach zeigen zu können. Frau Madeleine Chevalier-Palm vom Fotostudio „atelier chevalier“ in Stadthagen erzählte unserem Dinatio Reporter von ihrem Auftrag. „In diesem speziellen Fall musste ich nicht nur mein Handwerk der Fotografie beherrschen, ich musste auch noch absolut schwindelfrei sein. Die Arbeiter, die das Solardach unter mir bauten, zollten mir großen Respekt und Bewunderung, in einem Korb an einem Kran hängend in 16 Meter Höhe noch gute Fotografien machen zu können. Es war ein tolles Erlebnis und am wichtigsten war das gute Ergebnis meiner Arbeit!“

Noch heute, fast 150 Jahre später ist es genauso wichtig und entscheidend im Leben eines Fotografen, wenn man mit vielerlei Talenten und Eigenschaften zusätzlich zum Handwerk ausgestattet ist. Einfühlungsvermögen, Phantasie, Vorstellungskraft, Kenntnisse in der Psychologie von Mensch und Tier, Kreativität, Gefühl für das Besondere, das Individuelle des Menschen oder die Situation etc……

Wie sonst kann man es als Fotograf schaffen, dass bzw. die Hochzeitsfotos dem „schönsten Tag“ gerecht werden, dass genau die Stimmungen eingefangen werden, die die Besonderheit dieser Momente festhalten. Eine wunderschöne Erinnerung für das ganze Leben. Das Aufwachsen der Kinder, das Miteinander, das Verstreichen der Zeit, Gefühle füreinander, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sind es wert in Fotografie festgehalten zu werden.

Das ist ein bisschen wie die Zeit anhalten!

Der Blick für das Wesentliche, den richtigen Moment erhaschen und dabei unbemerkt zu bleiben, damit die Natürlichkeit gewahrt wird ist eine weitere Herausforderung für das Metier des Fotografen. Frau Chevalier erzählt uns, dass sie auch Hochzeitsreportagen machen können: „Von 15:00 Uhr bis ca. 24:00 Uhr bieten wir eine Begleitung an und unser schönstes Kompliment von Kunden war, dass wir alles fotografiert haben wie von Geisterhand, denn man hat uns gar nicht wahrgenommen. Perfekt und professionell wie die Kundin es beschrieb!“

„Wir machen alles oder alles wird möglich gemacht“!

„Das ist das Motto von atelier chevalier. Ein hohes Ziel, aber nur so kann man sich von anderen unterscheiden und etwas erreichen“, meint Frau Chevalier-Palm.

Bisweilen gibt es wohl auch eine gewisse Situationskomik bei der fotografischen Arbeit. Bei einem Außentermin mit einem frisch vermählten Hochzeitspaar gab es den Glücksbringer schlechthin: Eine Taube konnte ihn nicht mehr aufhalten und lässt ihn einfach fallen, absolut frischen Taubenkot, direkt auf das Hochzeitskleid der stolzen Braut. Da half nur noch herzliches Lachen und die Sache als Glücksbotschaft für das gemeinsame Leben zu sehen, weil es an diesem Tag keinen Platz für Ärger gab!

Ein weiteres Highlight ist der jährliche Erotikkalender, der ab November für eine bestimmte Zeit auf dem Programm steht und sich vor Zugriff kaum retten kann. Wenn Sie nicht bis November warten wollen, fragen Sie nach. Vielleicht können Sie Ihren persönlichen Erotikkalender als Geschenk für den Herzallerliebsten oder die Herzallerliebste ja auch zu jedem anderen Monat anfertigen lassen? Das haben wir bei unserem Gespräch mit Frau Chevalier-Palm nämlich nicht genau abgeklärt.

Eins will mir aber gar nicht verständlich werden; im Gegenteil, jetzt nach dem Gespräch mit Frau Chevalier-Palm wird es mir immer rätselhafter, wie Nadar auf seinen Ausspruch kommen konnte. Wie konnte er so etwas sagen? Die Fotografie kann wohl von jedem Dummkopf betrieben werden, aber was macht man mit seinem Ergebnis? Es wird keinen erfreuen, es ist gar nicht der Rede oder des Blickes wert; es wird nicht wahrgenommen.

Für das Team des atelier chevalier ist es eine tägliche Herausforderung die Individualität eines jeden Mediums zu entdecken und den besonderen Moment festzuhalten oder interessante Sichtweisen darzustellen und die persönlichen Vorzüge und Wünsche der Kunden ins rechte Licht zu setzen.

Jeder Mensch hat seine persönliche und ganz eigene Schönheit!

Besuchen Sie das atelier chevalier, lassen Sie sich beraten und entdecken Sie Ihre schönsten Seiten.

Wir wünschen Ihnen ganz viel Spaß und Freude dabei!

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